kannst du dir zeit lassen?

kaum noch jemand wundert sich über die schnelligkeit, mit der wir uns durch unser leben bewegen. ganz gleich, ob wir arbeiten, alltägliches erledigen, uns fortbewegen oder kommunizieren… moderne technologien haben überall einzug gehalten: hauptsache digital, multifunktional, megaeffektiv!

in den flieger oder einen ice zu steigen ist heutzutage vollkommen normal. der kaffee wird to-go getrunken, das handy mit nachrichten, fotos, musik und spielen vollgepackt, bücher für gestresste in 15-minuten-kompakt-versionen angeboten, uhren mit ‚health care‘ instrumenten versehen. active wear erspart umziehen, bürsten können locken wickeln. schnell muss es gehen. bitte möglichst viel parallel. geräte, die sich ‚nur’ auf eine funktion beschränken? da müssen die meisten schon lachen.

ich will diese technischen neuerungen nicht grundsätzlich verurteilen oder schlecht machen. sie erleichtern unser leben in vielerlei hinsicht. sie bieten komfort, verschaffen uns zeit für andere dinge, die uns wichtig (er) sind, erhöhen unsere mobilität und arbeitskraft. alles gut.

was ich nur leider zunehmend beobachte und feststelle: menschen werden zunehmend auch so behandelt. und menschen beginnen sich selbst immer mehr zu behandeln wie eine maschine, die entweder nicht richtig oder nicht schnell genug tickt. die erwartungen werden immer höher geschraubt,  der tag bis obenhin voll gepackt, to do listen angelegt, von a nach b geht es im laufschritt, mails werden „mal eben so“ auf dem klo gecheckt. alles wird optimiert, kostet zeit, zeit, zeit.

ein phänomen, das längst nicht mehr nur manager betrifft, sondern quer durch alle berufsgruppen und hierarchien geht und sogar mütter, jugendliche und rentner vereinnahmt. keine zeit, immer spät dran, alles zwischen tür und angel natürlich möglichst auf einmal erledigt – und doch ist die zeit immer knapp… und wehe, wenn irgendwas plötzlich nicht „funktioniert“: der körper streikt, das auto seinen dienst versagt, das kind krank wird…den ausstieg schafft manch einer leider nur noch durch den eigenen burnout.

nicht ohne grund wünschen sich so viele menschen eine auszeit. nicht ohne grund boomt der „entspannungsmarkt“, wird yoga bis zum abwinken praktiziert, slowfood auf die menukarte gesetzt und der markt von selbsternannten ‚lebenshelfern’ überschwemmt.

was mehr und mehr fehlt, ist der menschliche umgang: mit sich selbst, mit den eigenen ressourcen, der persönlichen lebenszeit, mit anderen.

 

kannst du dir zeit lassen?

 

wo gönnst du dir zeitlichen luxus, zeitliche freiheit?

in welchen bereichen könntest du dir (wieder mehr) zeit geben, dir selbst freien lauf lassen?

wo lässt du anderen menschen „ihre“ zeit?

 

auch wenn jeder tag irgendwann endet:

du hast ein leben.

du hast zeit.

 

achte auf dein tempo.

sonst bist du irgendwann schneller als du es willst:

am ende.

 

alles liebe

denise

 

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