stop it: schluss mit der geschichte!

die ausweglose situation, die neverending story, das ganz große kino, das ewige drama. das nicht zu stoppende hamsterrad, der dauerstress, das unmögliche verhalten, die unüberwindbare kränkung… bist du ein guter „storyteller“?

wie mir in gesprächen immer wieder auffällt, ist vielen menschen oft nicht bewusst, wie sie selbst dazu beitragen, dass sich bestimmte leidvolle erfahrungen oder geschichten in ihrem leben auf unangenehme weise festsetzen oder im schlimmsten fall sogar ständig wiederholen. ihnen ist oft gar nicht klar, dass die art und weise, wie sie über etwas vergangenes erlebtes berichten, mit dazu beiträgt, in der zukunft andere, positive erfahrungen zu machen.

„immer werde ich… (z.b. ausgenutzt/ hintergangen/ überhört).

ich bin nicht … genug (z.b. sportlich/ intelligent/ hübsch/ vermögend), um zu… .

ich bin ein schlechter… (z.b. verhandlungspartner/ liebhaber /zuhörer).

ich werde niemals den … (z.b. job/ partner/… ) finden, der…

ich mache alles falsch. ich bin alles schuld. ich werde niemals lernen…

ich bin nicht geboren um zu… .

der/die/das … wird sich niemals ändern.

es gibt keine alternative.

ich habe keine wahl. es ist aussichtslos.“

allen diesen äußerungen ist gemeinsam, dass man sich in dem moment..

– selbst stark abwertet,

– als opfer der situation wahrnimmt und darstellt,

– auf die eigenen schwächen konzentriert,

– den blick für die eigenen ressourcen verliert,

– alternative handlungsoptionen, perspektiven, chancen ausblendet,

– sich selbst als selbstunwirksam, (handlungs-)unfähig oder machtlos etikettiert,

und sich damit immer mehr in eine echte abwärtsspirale und immer tiefer in das „elend“ hinein manövriert, bis es tatsächlich irgendwann sehr schwierig wird, aus der geschichte wieder heraus zu kommen.

dauerhaft können solche „geschichten“ verheerende auswirkungen haben: wir beginnen, diese geschichten irgendwann tatsächlich zu glauben und dementsprechend zu denken, zu fühlen und zu handeln. wir bemerken nicht mehr, wie selbstschädigend unsere art zu sprechen eigentlich geworden ist und wie sehr unsere sprache und unsere gedankenwelt immer mehr von selbst konstruierten blockaden, abwehrmechanismen und sabotagen durchzogen ist. manchmal passiert es, dass unser umfeld sich abwendet, weil uns unsere story niemand mehr „abnehmen will“ und versuche uns zu einem umdenken zu bewegen nicht mehr zu uns durchdringen.

anstatt unseren „wirklichen, wahren anteil“ an der situation zu sehen und uns auf unsere handlungsmöglichkeiten, lösungskompetenzen und ressourcen zu besinnen, schränken wir uns und unsere selbstwirksamkeit ein, meiden zunehmend bestimmte situationen und beziehungen und rücken uns eine „schöne“ geschichte zurecht. wir können nichts dafür, wir haben ja nur… hauptsache, wir müssen uns nicht verändern, die anderen sind schuld.

ich möchte dir dazu sagen: „stop it“!

höre ganz genau hin, lausche deine worten. glaubst du (dir) das wirklich? kommt dir deine geschichte an manchen stellen vielleicht ein wenig seltsam, einseitig betrachtet oder „einfach gestrickt“ vor? wenn ja: sieh zu, dass du diese diese story schleunigst beeendest und dich endgültig von ihr verabschiedest. ob du es hören magst oder nicht: du ganz allein trägst die verantwortung für dein wohlbefinden und leiden, deine geschichten, dein leben.

höre auf, teile von dir und wie du selbst zur situation beigetragen hast, zu verleugnen, und frage dich:

wie verhält es sich tatsächlich (eher)?

wie sollte die „geschichte“ wirklich lauten?

wie könnte/ sollte sie sich besser entwickeln?

welche neuen denkweisen, verhaltensweisen, rollen könnte oder müsste ich dazu einnehmen? zumindest einmal ausprobieren?

was habe ich du mich vielleicht bisher noch nicht ehrlich getraut zu sagen, zu tun oder zu denken?

was würde mir helfen wieder eigens regie über mein leben zu führen?

wo gilt es mehr selbstverantwortung zu übernehmen?

wie kann ich in meinem leben (wieder selbst mehr) wirksam sein und aktiv für andere, positive erfahrungen sorgen?

höre auf zu glauben, dass andere mehr einfluss haben und mächtiger sind als du. versuche wirklich, deine situation einmal anders zu betrachten und anzugehen. schluss mit der alten leier, der immerselben geschichte: stop it now and start new! erlaube dir heute ganz bewusst gute, kraftvolle gedanken und entscheide dich dazu heute positiven einfluss auf dich und dein leben zu nehmen. in diesem sinne: schlag‘ mal neue kapitel auf! 🙂

alles liebe

denise

Marrakech 04:2012 – 236